Strudel - Štrudle

Strudel - Štrudle

Obwohl man den Strudel heute in fast jeder Bäckerei findet, industriell zubereitet und mit Quark oder typischen Fruchtfüllungen wie Äpfel oder Sauerkirschen gefüllt, so stellten die Strudel (kroatisch: Savijače oder Štrudle) einst die Hausfrauen vor eine wahre Herausforderung, denn für die Herstellung des dünnen Teigs, der den Grundbestandteil dieses Gebäcks bildet, waren Geschick, Schnelligkeit und Ausdauer erforderlich.

 

Obwohl die Zutaten recht einfach sind – Mehl, etwas Essig, Salz und Wasser, musste der Teig nach traditioneller Rezeptur mit viel Sorgfalt bearbeitet und langsam nach allen Seiten ausgezogen werden, damit eine große und dünne Schicht entsteht, die befüllt werden kann. Der sorgfältig ausgezogene Teig wird mit einer Füllung nach Wunsch bestrichen und mithilfe des bemehlten Tischtuchs, auf dem der Teig ausgezogen wurde, aufgerollt und auf ein flaches Backblech gegeben. Bei vielen sind die traditionellen Kombinationen aus geriebenen Äpfeln, Rosinen und Zimt, Hüttenkäse oder Sauerkirschen mit untergemischtem Paniermehl am meisten beliebt, doch wer experimentieren will, füllt den Teig mit jahreszeitlichem Obst und Gemüse. Der gebackene Strudel hat eine schöne goldgelbe Farbe und eine knusprige Kruste. Vor dem Servieren wird er noch mit Staubzucker bestreut, damit er besonders gut schmeckt.

 

Der Strudel stammt aus der Zeit der Habsburger Küche, und manche meinen seine Wurzeln in den Blätterteig-Desserts aus der Türkei gefunden zu haben. Ganz gleich, woher er stammt, er wird bereits seit Jahrhunderten auch in Kroatien zubereitet und ist als Nachspeise oder süße Zwischenmahlzeit bei Jung und Alt beliebt. Ihm zu Ehren werden sogar Festivals veranstaltet, wie etwa das ŠtrudlaFest im Ort Jaškovo bei Ozalj, wo Wettbewerbe um den besten Profi- oder Amateurstrudel abgehalten werden.

 

Es waren gerade diese engagierten Bewohner von Jaškovo, die im Jahr 2015 den längsten Strudel der Welt herstellten! Der beeindruckende Strudel kam auf eine Länge von 1479,38 Zentimetern und hielt somit Einzug in das Guinness-Buch der Rekorde. So verwandelten sie diesen Landesteil zu einem touristischen Zielort, der viele Besucher aus dem Inland, aber auch aus dem Ausland anlockt.